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Resident Evil 4 war 2005 ein von vielen Fans gefeierter Titel. Seitdem ist viel Zeit vergangen und Capcom hat sich dazu entschieden, diesem Teil ein Remake zu spendieren. Geht die Rechnung auf und kann dieses Spiel auch unter heutigen Gesichtspunkten noch gut funktionieren? Wir testen unsere Roundhouse Kick-Skills und stellen uns für euch den Zombiehorden.

Anspruchsvolle Story?

Naja, gut. Die ist hier Fehlanzeige. Leon der Spezial-Agent wird in ein seltsames spanisches Dorf beordert, um die dort festgehaltene Präsidententochter zu retten. Also mehr Anspruch sollte man an den Plot nicht stellen, da dieser im weiteren Verlauf zwar so einige skurrile Figuren beinhaltet aber doch mehr Mittel zum Zweck ist. Bislang war die Story von Resident Evil ja auch eher Nebensache. Doch wie steht es um das Gameplay und die Grafik? Hat sich hier einiges getan?

Leon in bester Form

Man hat dem komischen Rotpunkt-Zielen ein Ende gesetzt und anstelle dessen gibt es in dem Remake ein vernünftiges Fadenkreuz. Halleluja! Nach über 20 Jahren kommt der Hersteller so langsam in die heutige Zeit. Dadurch funktioniert das Anvisieren und Schießen um ein Vielfaches besser als im Original.

Jedoch liegt hier die Betonung auf "langsam". Wer Resident Evil Village gespielt hat, wird sich hier über die Trägheit der Action in diesem Titel wundern. Und nein, es liegt nicht an der Third-Person-Ansicht. Es liegt daran, dass Leon sich äußerst träge bewegt. Ein flüssiges Ausweichen gibt es hier in ausgewählten Bosskämpfen. Dort duckt sich Leon tatsächlich mal richtig weg wenn man die "B"-Taste drückt. Im Kampf mit den Zombies ist kaum zu merken. Es fühlt sich wie im Original so an, als ob man über Kaugummi läuft.

Die Zombies haben allerdings das gleiche Problem und verharren auch mal in ihren Angriffen, um Leon eine Chance zu geben. Das fühlt sich seltsam an und reißt mich persönlich voll aus der Action. Wie es besser geht? Schon mal die letzte Tomb Raider-Trilogie gespielt? Lara bewegt sich im Gegensatz dazu absolut traumhaft flüssig. So geht Nahkampf und auch Fernkampf. Denn wenn die Bewegung lahm ist, dann ist das Anvisieren natürlich auch deutlich zäher.

Für Fans des Originals wird sich das dennoch absolut flüssig anfühlen, denn dort war alles noch viiiiel träger.

Optisch ein echter Leckerbissen

Die Grafik hat nach all der Zeit natürlich einen riesigen Satz nach vorne gemacht. Vor allem die Charaktere sehen richtig gut aus. Da sind einzelne Haarsträhnen bei Leon und den anderen zu sehen. Da lagert sich Schmutz in der Kleidung ab und vor allem die Innenräume sehen sehr fein aus. Die Außenwelt könnte dafür noch einen Tacken besser ausschauen aber das ist meckern auf hohen Niveau.

Durch die verbesserte Optik steigt auch der Gruselfaktor. Wenn einen ein hochaufgelöster Zombie mit herunterhängenden Hautfetzen anspringt, knallt das halt mehr als wenn man ein Pixelmonster antrifft.

Hinzu kommt, dass der neueste Patch dafür gesorgt hat, dass der Titel auch im Quality Mode flüssig läuft. Da werden hin und wieder schon die 60 fps erreicht. Wer es lieber konstant mag, wechselt auf den Performance Mode. Auch dieser kann sich gut sehen lassen und macht Spaß.

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Fazit

Für die Fans des Originals ist das Spiel ein absolutes Muss. Nie hat sich die Welt lebendiger angefühlt und nie hat sich Resident Evil 4 besser gespielt.

Allerdings werden alle anderen möglicherweise über die träge Steuerung stolpern. Leon bewegt sich sehr gemächlich, während er von dutzenden von Zombies angegriffen wird. Das kann auch schon mal nerven. Dafür kann er aber einen 80er Roundhouse-Kick, um die Zombies wegzutreten. Es fühlt sich also deutlich gemächlicher an als die letzten beiden Teile 7 & 8.

Die Levels sind etwas schlauchig und die Schalterrätsel sind auch von 2008 aber wer damit leben kann, wird einen soliden Actiontitel erhalten. Wer sich hier unsicher ist, kann übrigen prima die Demo ausprobieren. Die gibt schon mal einen guten Eindruck auf das komplette Spiel.

Da es sich aber um ein Remake handelt und das Spiel all die guten Sachen des Originals konserviert, lohnt es sich auf jeden Fall einen Blick zu riskieren.


Bewertung

Pro

  • Verbessertes Zielen
  • Waffen fühlen sich gut an
  • Schicke Grafik
  • Längstes Resident Evil-Spiel

Contra

  • Leon steuert sich träge
  • Leveldesign ist etwas altbacken
  • Gegner-KI könnte besser sein

Gafik 9 von 10
9/10
Sound 8 von 10
8/10
Story 6 von 10
6/10
Umfang 8 von 10
8/10
Spielspaß 8 von 10
8/10
Gameplay 8 von 10
8/10
XBU-Silver-Award
8

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